Häuserzeilen. 1600 Meter Monostichon

Ein Text entsteht auf dem Papier – aber er kann das Papier auch wieder verlassen. Im Falle des Projektes Häuserzeilen findet der Text wieder dorthin, wo er hergekommen ist: Er findet zurück auf die Straßen von Moabit. Dank Pinsel und Kreide wird sich ein Gedicht durch die Moabiter Straßen schlängeln: Material, Gegenstand und Illustration des Textes fallen zusammen. Ob es um die Geschichte des Viertels geht oder um die stille Großartigkeit des Alltags, in jedem Fall schließt sich ein Kreis und eröffnet neue Perspektiven. Gegenstand und Leseerlebnis verweben sich. Und endlich kann man im Gehen lesen.

Präsentiert werden die Häuserzeilen nicht im Rahmen einer gewöhnlichen Lesung, sondern im Rahmen eines Spazierganges mit den Künstlern am 22. Juli 2016. Ab dem 22. Juli sind die Häuserzeilen zudem der Öffentlichkeit frei zugänglich – Laufpublikum, das sich verlocken lässt, wird nicht enttäuscht werden. Sie sind alle eingeladen, der Fährte zu folgen, bis die Kreide verblasst oder verwaschen ist.

 

BETEILIGTE: Sophia Pompéry und Tobias Roth präsentieren einen Text über Moabit auf den Straßen Moabits.

ORT: Bundesratufer 9, 10555 Berlin

TERMIN AUFFÜHRUNG: 22. Juli 2016, 18 Uhr

Häuserzeilen. 1600 Meter Monostichon ab dem 22. Juli 2016, 24 Stunden geöffnet, Eintritt frei

 

 

Häuserzeilen goes Manière Noire:
 
LINE AND DOT                             
Sophia Pompéry & Tobias Roth
Manière Noire, Waldenserstr. 7a, 10551 Berlin
 
02.09.2016 – 15.10.2016
Vernissage: 02.09.2016, 19:00 Uhr

 
Linie und Punkt bilden die Basis der Schrift – hier bilden sie die Basis zweier radikaler, experimenteller Aneignungen des Schriftzeichens. In ihren beiden Und Punkt und Häuserzeilen. 1600 Meter Monostichon lotet Sophia Pompéry Extreme der Größenordnung aus. Und Punkt versammelt die letzten Punkte aus Liebesromanen von 1774 bis 2008 in mikroskopischen Nahaufnahmen und lädt zur Konzentration im Detail ein – Häuserzeilen hingegen, ein Gemeinschaftswerk mit dem Autor Tobias Roth, lädt ein zu Flanerie und Entfaltung im Raum. Ein Gedicht Roths über Moabit wurde mit Schlemmkreide auf 1600 Metern auf die Straßen Moabit geschrieben: Die Wahrnehmung des Alltags und des Lebensraums ist Thema des Textes, aber auch genau der Punkt, auf den das Erlebnis der Linie einwirkt.
Wie haben sich diese Gestalten, diese Extrempunkte der Typographie und Kalligraphie, verändert, wenn sie letzten Endes wieder in ein Buch, in eine Galerie zurückkehren? Beide Werke und ihre zugehörigen Dokumentationen als Buch oder Video sind ab dem 2. September 2016 in der Galerie Manière Noire in Berlin/Moabit zu sehen.

 
Manière Noire, Waldenserstraße 7a, 10551 Berlin (https://www.facebook.com/events/626242494212181/)