Die miKrOPROJEKTE 2017 stehen fest!

miKrOPROJEKTE - die Zweite

Zum Jahresanfang 2017 startete die zweite Runde für die Vergabe der miKrOPROJEKTE im Rahmen des Projekts „Programmkoordination für Stadtkultur und Vernetzung“. Das Projekt sieht eine Mittelvergabe an experimentelle künstlerische und kulturelle Kooperationsprojekte in einem der Fördergebiete Gesundbrunnen, Wedding, Moabit/Tiergarten Süd bzw. gebietsübergreifend vor.

Insgesamt stehen 22.000 € als Mittel zur Verfügung, deren Vergabe in einem zweistufigen Auswahlverfahren erfolgte. Um eine Finanzierung bewarben sich 17 Projekte, mit einem Antragsvolumen von insgesamt 56.527,50 €.

Am 14. Februar 2017 wurden durch den Beirat fünf miKrOPROJEKTE zur Förderung ausgewählt (maximale Förderhöhe 3.000 Euro). Der Beirat entschied sich weiterhin dafür, die Restsumme von rund 7.000 Euro erneut auszuschreiben – Termine dazu folgen in Kürze.

Der Beirat setzt sich zusammen aus: Nik Haffner - Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz – Berlin, Sebastian Häger – Fachbereich Kultur des Bezirkes Mitte, Gabriele Horn – Berlin Biennale, Christian Kesten – Komponist und Kurator, Katja Niggemeier, Quartiersmanagement Brunnenstraße, Kerstin Wiehe – k&k kultkom und Programmkoordination. Moderation: Jennifer Aksu – Urbanistin und Programmkoordination.

 

Folgende Projekte wurden zur Förderung ausgewählt:

1. Neue Musik in Eckkneipen - Malte Giesen, Milos Tadic.

Altberliner Eckkneipen verschwinden zunehmend aus dem Weddinger Straßenpanorama. Ob solche mit Musik von ACIDC im Hinter- und Schreckdekor im Vordergrund, oder die der stillen Art mit unsterblichen Raumpflanzen und vergilbten Gardinen in Schaufenstern. Ziel des Projektes ist es, Neue Musik in Eckkneip-Settings einzubringen und diese somit einem neuen Publikum zugänglich zu machen. In einem kompakten 45-minütigen und teils interaktiven musikalischen Programm sollen die in Wedding lebenden Interpreten und Komponisten Susanne Kabalan, Lucien Danzeisen, Malte Giesen und Milos Tadle mit den Werken Komponisten Neuer Musik in Lokalen wie "Beim Dicken", "Zum Magendoktor" und "Weinstube" innerhalb einer Woche im August 2017 auftreten um so den Provokationsgrad eines schon programmatisch oft provokativen Musikgenres zu verringern.

Im August 2017 sollen drei bis vier Aufführungen in insgesamt vier Eckkneipen stattfinden.

Projektfinanzierung: 2.720,50 €

 

2. GIB WEITER - Albrecht Fersch, Lilla von Puttkamer

Unser Projekt ist eine Untersuchung moderner Kommunikationsmedien. Wir wollen die Aufmerksamkeitauf den Akt der Überbringung der Nachricht lenken. "Flaschenpost" wirkt nicht virtuell in der Ferne sondern in der Nähe. 1000 leere Flaschen werden mit einer Gebrauchsanweisung (Text engl./dt. sowie Grafik) und einer Nachricht gefüllt, mit einem Korken leicht verschlossen und evtl. auch etikettiert. Diese "Gib-Weiter-Flaschen" werden von uns, als Postboten, in ausgewählte Haushalte in Moabit und Wedding gebracht, werden an einem kleinen Aktionsstand im Freien, in Cafes oder auf Märkten an Passanten verteilt, Freunden und Bekannten überreicht. Grundgedanke ist: wem eine Flaschenpost zugestellt wurde, der kann die Nachricht entnehmen, sich hoffentlich daran erfreuen und dann eine eigene persönliche Nachricht hineingeben und die Flasche an eine Person der Wahl weitergeben. Der Fluß der Benachrichtigungen kann und soll sich unbegrenzt ausbreiten.

Die Verteilung der Flaschenpost erfolgt zwischen Juni und Mitte September.

Projektfinanzierung: 2.950 €

 

3. VÖLUSPA - Lisa Heinrici (virtuellestheater), Mieke Bohl (ACUD MACHT NEU)

In Kooperation mit ACUD MACHT NEU plant virtuellestheater eine neue Ausgabe seines Völuspa Projektes. Völuspa - Location Analysis ist eine mobile Prüfmaschine, mit der Orte explorativ, multimedial und interaktiv auf ihr Potential, eine Keimzelle für eine bessere Welt zu sein, untersucht werden. Mit Hilfe verschiedener spezifischer, vor Ort entwickelter Erhebungen/Methoden/Medien soll in der neuen Ausgabe von Völuspa nun das Kunsthaus ACUD - sowie der umgebende Stadtraum - analysiert werden. Das erhobene Material soll im Anschluss gemeinsam mit dem Publikum auf eine sich darin abzeichnende Zukunft hin ausgewertet/gedeutet sowie Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden.

Die Projektphase beginnt Anfang Mai und Endet mit einer Präsentation Anfang Juli.

Projektfinanzierung: 3.000 €

 

4. dreikommazweikilometer - Rüdiger Jassner, Silvia Witte

"dreikommazweikilometer" ist eine literarisch-performative Untersuchung der Seestraße, ihrer Bewohner, Gebäude, Fortbewegungsmittel und historischen Plätze. Szenische und poetische Texte sowie audio-visuelle Aufnahmen entstehen während der künstlerischen Recherche. In einer szenischen Lesung unter Einbeziehung professioneller Schauspieler/Performer und Künstler aus der Nachbarschaft soll das Alltägliche, Besondere, Skurrile, Historische, Lebendige dieser Weddinger Hauptverkehrsader in einen neuen Kontext gestellt werden.

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen Rüdiger Jassner (Autor und Verleger des Segeblatts), Marie Gramss (Regisseurin und Schauspielerin) und Silvia Witte (Autorin, Filmemacherin und Objekttheater/Performance).

Geplant sind eine szenische Lesung und eine audio-visuelle Installation über die Seestraße, die auch als Bühnenhintergrund genutzt werden kann. Ebenfalls möchten wir (Performance)- Künstler und Schauspieler aus der Nachbarschaft einladen, die entstandenen Texte für die Aufführung zu interpretieren.

Ort des Projektes: Das Kulturcafe "Spinner und Weber" (Brüsseler Straße) sowie Live-Lesungen an ausgewählten Plätzen an der Seestraße bzw. Parallelstraße (z.B. Mastul, ev. auch Cafe Cralle)

Projektfinanzierung: 3.000 €

 

5. Männertanzen - Gabi van Droste, Luc Pacier, Martin Nach

Das Projekt bildet den Auftakt einer langfristigen Kooperation zwischen Centre francais, Martin Nachbar (Choreograf) und Gabi dan Droste (Regisseurin, Theaterpädagogin). Mit verschiedenen Aktivitäten soll die Performanceszene für Kinder- und Jugendliche, die andernorts gerade einen regelrechten Boom erfährt, in Berlin gemeinsam entwickelt und generationen-übergreifend erlebbar gemacht werden. Zusätzlich wollen wir aber auch ältere Bürger erreichen und so ein Performance-und Choreografiezentrum etablieren, in dem es über diese Kunstform zu einem produktiven Austausch zwischen den Generationen kommen kann. Wichtig ist uns dabei die lokale Verankerung im Kiez gekoppelt mit der internationalen Anbindung an ein existierendes Netzwerk verschiedener Theaterhäuser.

Das Programm soll an 2 verschiedenen Tagen im August mit jeweils den gleichen Programmteilen durchgeführt werden: ein Werkstatt-Tag besteht aus einer öffentlichen Aufführung des Stücks „Männer tanzen" plus ein Workshop, bei denen Hortschüler, also Junge, und Bewohner eines Seniorenheims, also Alte, zusammen kommen, gemeinsam das Stück schauen und sich zum Thema sesselben austauschen.

Projektfinanzierung: 3.000 €